Ausstattung


In einem Einbecker Reiseführer beschrieb der Lehrer der jüdischen Gemeinde die Innenausstattung um 1890, kurz vor dem Bau der neuen Synagoge: "Die Synagoge auf der Baustraße [...] ist ein schlichter [...] Fachwerkbau, der über seinem Haupteingange den hebräischen Spruch trägt: Lasset uns mit Eilfertigkeit zum Hause des Höchsten wandeln!

Im Innern sind folgende Sprüche in hebräischer Schrift noch bemerkenswert, so über der Haupttür: Wisse vor wem Du stehest! An dem runden, farbigen Fenster hinter dem Altar: Ich bücke mich in Deinem Heiligtum mit Ehrfurcht! Über dem Thorarollen-Schranke: Und es werden sehen alle Völker der Erde, dass der Name Gottes über Dich genannt wird und sie werden Ehrfurcht vor Dir haben.

An der äußeren geschnitzten, torartigen Verzierung über den Stufen des Altars stehen die 10 Gebote in kürzerer Form. Dem gegenüber steht ein kanzelartiges Gebetspult, zu welchem an zwei Seiten einige Stufen hinaufführen. Die Platte dieses Pultes wie auch die Tür des Thorarollen-Schrankes sind für die gewöhnlichen Andachtsstunden mit einfachen, für die Festtage mit kostbaren Decken überkleidet. [...]

Die Thorarollen selbst sind von alten Schriftgelehrten mit Gänsekielfedern auf Pergament geschrieben, von denen die ältesten über 200 Jahre alt sein sollen. Außer einer großen Gebettafel für den regierenden König sind noch ein messingener, achtarmiger, wie ein Glaskronleuchter nennenswert."

Von der Ausstattung der Alten Synagoge ist nichts erhalten. Die Thora-Rollen und anderes bewegliches Inventar wurden 1896 in die neue Synagoge überführt und dort beim Brand am 9. November 1938 vernichtet.

Einen Eindruck von der Ausstattung einer Landsynagoge gibt die Innenausstattung der Synagoge von Hornburg am Harz, die im Braunschweigischen Landesmuseum/Jüdisches Museum durch besondere Umstände erhalten ist.

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