Mitglieder besuchen Villa Seligmann


Es war in gewisser Weise ein freundschaftlicher Gegenbesuch, nachdem Prof. Andor Izsák im Oktober vergangenen Jahres in der Alten Synagoge in Einbeck war und über seine Arbeit so lebendig berichtet und seine Unterstützung zugesagt hatte: 18 Mitglieder des Fördervereins Alte Synagoge haben jetzt die Villa Seligmann in Hannover besucht und waren zu Gast beim Experten für synagogale Musik.

 

Izsák führte die interessierten Einbecker persönlich durch die 1906 gebaute Villa des Conti-Gründer Siegmund Seligmann an der Hohenzollernstraße, zeigte das beeindruckende Wohnhaus am Rande der Eilenriede nicht nur, sondern präsentierte gleichzeitig an den verschiedenen Orgeln im Hause die oftmals vergessene Tradition synagogaler Musik. Und er schilderte eindrucksvoll, wie es wohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts in dem großbürgerlichen Haushalt mit Herrenzimmer, Musikzimmer und Ankleideräumen zugegangen sein muss.

Izsák versteht sich als ein Botschafter der jüdischen Sakralmusik in Deutschland und ganz Europa, die 1810 von Seesen aus ihren Anfang nahm. Er ist Gründer des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik in Hannover und wesentlicher Motor der Villa Seligmann. Zehn Jahre hartnäckige Arbeit waren notwendig, bis das einstige Wohnhaus des Siegmund Seligmann saniert und 2012 wieder eröffnet werden konnte. Die Villa Seligmann wurde 1903 bis 1906 nach einem Entwurf des Architekten Hermann Schaedtler gebaut. Das denkmalgeschützte Gebäude ist heute Schauplatz für Konzerte und andere Veranstaltungen. Ende 2006 hatte die Siegmund- Seligmann-Stiftung das Gebäude von der Stadt Hannover erworben, die es zuvor über Jahrzehnte genutzt hatte. Die Villa Seligmann ist eines der wenigen hannoverschen Zeugnisse des jüdischen Bürgertums vor der Schoa, sie ist mit ihren zahlreichen, repräsentativen Räumen der ideale Ort für ein Haus der Dokumentation, Erforschung und Vermittlung jüdischer Musik. Davon konnten sich die Mitglieder des Fördervereins Alte Synagoge in Einbeck bei ihrer Visite in Hannover ein lebendiges Bild machen.

 

Wikipedia